
Zwei Jahre Mobilitätsgesetz Brandenburg – ADFC fordert Umsetzungsturbo
ADFC stimmt Konzeption für landesweites Radnetz überwiegend zu. Die neue Landesregierung muss diesen Schwung für den Bau des Radnetzes nutzen und den Umsetzungsturbo einlegen
Vor gut zwei Jahren hat der Landtag das Brandenburger Mobilitätsgesetz beschlossen. Voran ging ein bislang bundesweit einzigartiger Dialogprozess zwischen Volksinitiative und Verwaltung. Nun steht der Fortschrittsbericht zur Umsetzung der Gesetze und der daraus resultierenden Maßnahmen an.
Aus Sicht des ADFC hat die Landesregierung viel zu wenig getan, um die Ziele, die sie sich selbst gesteckt hat, zu erreichen. „Einziger Lichtblick ist die Konzeption des landesweiten Radnetzes in Brandenburg, das am 19. Februar im Ausschuss für Infrastruktur und Landesplanung (AIL) vorgestellt wird “ differenziert Christian Wessel, Vorsitzender des ADFC Brandenburg. „Hier hat das Verkehrsministerium geliefert. Allerdings ist dadurch noch kein einziger zusätzlicher Kilometer Radweg gebaut. Aber es ist nun zumindest weitgehend klar, wo überall Radwege auf Landesebene entstehen müssen, damit mehr Bandenburgerinnen und Brandenburger aufs Rad steigen, wenn sie es möchten. Für die erforderlichen finanziellen Mittel braucht es jetzt von der Landesregierung einen Umsetzungsturbo beim Radnetz.“
Dabei ist das Radfahren eine so gewinnbringende Fortbewegungsform:
- Radfahren ist die effizienteste Fortbewegungsform.
Dank Pedelec können auch Distanzen von über 15 km zügig zurückgelegt werden. Beim Verhältnis von Nutzen und Aufwand, das heißt, von der Lebensqualität und von den Kosten her, kann kein anderer Verkehrsträger mithalten.
- Das Fahrrad ist Zubringer zu den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Das Rad ist attraktives Fortbewegungsmittel für Pendlerinnen und Pendler, um den Weg zu Bus und Bahn effektiv und schnell zurückzulegen – besonders für Schülerinnen und Schüler und in der Freizeit.
- Radfahren ist bezahlbare Mobilität für alle.
Wer Radfahren fördert, ermöglicht mehr bezahlbare Mobilität. Investitionen in die Radverkehrsinfrastruktur lohnen sich immer – auch bei knappen Haushaltsmitteln.
Vor diesem Hintergrund sollte sich jede Parlamentarierin und jeder Parlamentarier dafür einsetzen, dass die im jeweiligen Wahlkreis vorgesehenen Abschnitte des geplanten Radnetzes realisiert und finanziell abgesichert werden.
Es trifft nicht in allen Fällen zu, dass die im Radnetz festgelegte Radrouten die geeigneten zukünftigen Verbindungen sind, aber das Ergebnis ist eine gute Ausgangsbasis für den Ausbau des Landesradnetzes. „Wir sehen Optimierungsbedarfe, aber im Vordergrund steht unsere Forderung nach dem Umsetzungsturbo beim Radnetz,“ erläutert Wessel. „Nach drei Jahren Zuarbeiten an das Verkehrsministerium und Empfehlungen für Routenführungen mithilfe unserer vielen ehrenamtlichen Engagierten vor Ort, fordern wir als ADFC Brandenburg nun den zügigen Bau zahlreicher Routen – gemeinsam mit unseren Partnern im Verkehrswendebündnis, den vielen lokalen Bürgerinitiativen und auch kommunalen Vertreterinnen und Vertretern.“
Wessel weiter: „Bisher gibt es viel mehr Lücken als Verbindungen im Radnetz. Die Landesregierung hat es in der Hand, dies zu ändern. Der im Mobilitätsgesetz verankerte Vorrang für den Umweltverbund muss sich in den aktuellen Haushaltsplanungen niederschlagen.“
Pressekontakt:
Antje Schregel, Geschäftsführerin ADFC Brandenburg e.V.